wooden cloud / Paris

Die vierte wooden-cloud-Installation am Maison Heinrich Heine, Cité internationale universitaire de Paris.

Pünktlich, einen Tag vor der Vernissage am 11. April, hat Martin Steinert heute seine wooden cloud Paris, den arc pour la paix, vollendet.

Das gesamte Team hat in den vergangenen Wochen großartig zusammengearbeitet und tolle Unterstützung vor Ort erfahren um dieses einzigartige Kunstwerk zu schaffen. Ein besonderer Dank geht hierbei an unsere Freunde des Maison Heinrich Heine!
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wooden cloud / Berlin

Die dritte wooden-cloud-Installation wurde im Sommer 2017 am Richardplatz in Berlin verwirklicht. 

Auszug aus dem Buch zur wooden cloud Berlin 2017:
Ich wünsche: Mehr gesunden Menschenverstand
(Buchbestellung: siehe Kataloge)

Nie hätte ich geglaubt, dass es ein zweites St. Petersburg werden würde, mit tagelangem Starkregen, speienden Fallrohren und zerfetzten Regenschirmen. Und nie hätte ich mir vorgestellt, dass es so schwierig werden würde, den richtigen Standort für meine Installation zu finden, dass ich mit so vielen Vorbehalten, Vorschriften, Tabus, Restriktionen zu tun haben würde, die es irgendwann fast unmöglich erschienen ließen, das Projekt umzusetzen. Mein Gott, es ging um Berlin, die Stadt der Kunst, der verrückten Ideen, das Zentrum des Ungehorsams, den wahren Ort der unbegrenzten Möglichkeiten. In dieser Stadt, so groß wie das Saarland gab es doch unzählige Parks, Plätze, Gebäudeecken, Häuserlücken, die nur darauf warteten, von mir für eine Zeitlang mit Holzlatten gestaltet zu werden. Glaubte ich. Beflügelt und übermütig geworden durch die Aussage einer Mitarbeiterin des Kanzleramtes, „Da brauchen wir gar nicht lange zu suchen, wir setzen das Ding auf die große Wiese, direkt vor den Reichstag“, gestattete ich mir, ebendiesen Platz abzulehnen, und war mir zu jenem Zeitpunkt noch sicher, jede mir in den Sinn kommende Stelle in Berlin haben zu können. Dabei würden mich die Orte, an denen sich wie in jeder Metropole Menschen aus aller Welt tummeln, bloß keine Einheimischen, nicht interessieren. Es war der Petersburg-Effekt, der hier durchschlug.

Die wooden cloud am Richardplatz in Berlin
Die wooden cloud im Regen

 

 

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wooden cloud / St. Petersburg

„Im ersten Buch über die wooden cloud in Saarbrücken standen die Wünsche im Vordergrund. Jetzt sind es die Menschen selbst“
Martin Steinert

Im Sommer 2016 war St. Petersburg die zweite Station der wooden cloud. Eingebunden in das White-Night-Art-Festival baute Martin Steinert eine begehbare Installation in den Park der Russischen Akademie der Künste.

Die St. Petersburger Bevölkerung hat das Projekt sehr interessiert angenommen und mit mehr als dreitausend aufgeschriebenen Wünschen aktiv begleitet. Eine starke Präsenz in den Zeitungen und mehreren regionalen und landesweiten Fernsehsendungen verhalfen dem Projekt zu großer Popularität.
Wie schon bei der Saarbrücker wooden cloud entstand auch in St. Petersburg ein Buch zum Projekt mit dem Titel: Ich wünsche die Magie der Vögel zu beherrschen – wooden cloud St.Petersburg

 Fotostrecke: wooden cloud / St. Petersburg
 Fotos von André Mailänder (©2015)

Saarbrücker Zeitung, Artikel vom 17. Dezember 2016
von  Nicole Baronsky-Ottmann

Was in der Johanneskirche begann, ging für ein Festival in St. Petersburg weiter: Dort schuf der Saarbrücker Bildhauer eine weitere wooden cloud. Jetzt ist Steinerts Kunst-Idee reif für die Reise nach Berlin.

Doppelseite aus dem Buch: Ich wünsche, die Magie der Vögel zu beherrschen

Das Buch Ich wünsche, die Magie der Vögel zu beherrschen, das am Mittwoch in der Johanneskirche vorgestellt wurde, dokumentiert seine Kunstaktion in St. Petersburg. Martin Steinert hat 2015 eine beeindruckende und viel beachtete Holzskulptur in der Johanneskirche gebaut. Sie bestand aus Holzlatten, auf die Saarbrücker ihre Wünsche geschrieben hatten. Daraus baute Martin Steinert eine wooden cloud – Architektur der Wünsche, eine große, wolkenförmige, schwebende Skulptur im Chor der Johanneskirche. Die Skulptur sollte nur temporär existieren.

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wooden cloud / Saarbrücken

In der Langen Nacht der Kirchen startete am 24. Mai 2015 in der Johanneskirche Saarbrücken das Projekt wooden cloud von Martin Steinert und André Mailänder.
von Ingeborg Besch

Titelbild zum Buch wooden cloud / Saarbrücken

Zu diesem Zeitpunkt war ein aufgestapelter Berg aus Dachlatten von je 60 bis 120 cm Länge zu sehen und im Chor der Kirche ein nichtssagendes Holzgerüst aus dem gleichen, schlichten Baumaterial. Ähnlich der Situation im Atelier, wo ein Keilrahmen, eine leere Leinwand und Pigmente in Pulverform neben Dosen gefüllt mit Leinöl uns Betrachtenden nicht die leiseste Ahnung geben können, was später mit dem Bild entstehen wird.

Allerdings war das Ausgangsmaterial für Martin Steinert noch gar nicht wirklich vorhanden. Denn die Besucherinnen und Besucher wurden aufgefordert, einen ganz privaten und persönlichen Wunsch mit schwarzem Filzstift auf ein Stück Holz zu schreiben. Für gewöhnlich lernen wir im Umgang mit Kunstwerken: „Finger weg – bitte nicht berühren“. Hier fordert man uns auf, den Werkstoff, aus dem das Besondere entstehen soll, zu beschriften. Erst nachdem der normalerweise passiv aufnehmende Zuschauer zur Tat geschritten ist, also aktiv wurde, erst danach ist der nun gestaltete Werkstoff Ausgangsmaterial für das Kunstwerk.

  Fotostrecke: wooden cloud in der Johanneskirche, Saarbrücken, 2015
 Fotos von André Mailänder (©2015)

Martin Steinert hat die additive Arbeitsmethode aus seinem Werdegang entwickelt. Der gelernte Steinbildhauer wechselte zum vergänglicheren Holz, weniger dauerhaft, aber lebendiger. Zunächst arbeitet er seine Figuren aus einem Block, dann setzt er den zu formenden Block aus verleimten Holzstücken zusammen, um diesen durch Wegnehmen zu gestalten. Schließlich belässt er die Holzstäbe in ihrer neutralen Form und fügt Stab für Stab sich überlagernd und verdichtend zu einer neuen Form, dem Großen Ganzen. Es wird also kein Material mehr weggenommen, es bleibt kein Abfall übrig, es wird nur zusammengefügt. Am Ende ergeben die vielen neutralen Einzelteile die eine, hier in der Johanneskirche aus 1500 Elementen bestehende, majestätisch schöne Rundform. Wie eine Krone scheint sie im ausladenden Chor der Kirche zu schweben. Ihre Proportionen fügen sich in die Architektur ein, die Struktur der Stäbe korrespondiert mit den Glasfenstern. Die Form besteht auch aus vielen Zwischenräumen, durch die das Licht bricht, das macht sie auch leicht und lebendig. Wer die Kirche betritt, hält inne, muss sich ob der ungewohnten Erscheinung sammeln, wird andächtig. Wir wollen an etwas denken und wissen durch das Unbekannte nicht woran: unerreichbar, nicht recht fassbar, dabei symmetrisch und scheinbar schwerelos.

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